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*Flaches Land mit grüner Zukunft: In Schleswig-Holstein beginnt der schwedische Hersteller mit dem Bau einer Fabrik für E-Auto-Batterien. Ab 2026 entstehen 3000 neue Arbeitsplätze. (so der Bericht im ZDF)

*Auswirkungen des Chapter-11-Verfahrens: Am 21. November 2024 hat die Northvolt AB ein Chapter-11-Verfahren nach USamerikanischem Recht in den Vereinigten Staaten eingeleitet. Nicht eingeleitet wurde das Verfahren für die deutschen Gesellschaften, damit auch nicht die deutsche Projektgesellschaft in Heide, die Northvolt Drei Project GmbH.

NDR: Thema: Northvolt: News zur Firma und zur Batteriefabrik-Baustelle bei Heide.

NDR: Ökonom: Es gab vorab Hinweise auf Schwierigkeiten bei Northvolt

Northvolt-Zahlung: Verdacht auf befangene Gemeindevertreter
NDR 13.02.2025: Northvolt hat 3.000 Euro an die Jagdgenossenschaft Norderwöhrden für den Verlust ihres Gebiets durch die Fabrik gezahlt. In der Genossenschaft sind auch zwei Gemeindevertreter aus Norderwöhrden, die für den Bau gestimmt hatten.

Böser Verdacht im Pleite-Skandal um Northvolt Gemeindeordnung - GO § 22 Ausschließungsgründe von Gemeindevertretern

*Northvolt unter Gläubigerschutz: Was ist Chapter 11?

Aufgrund von sehr vielen Fragen wurde deutlich, dass politische und gesellschaftliche Fragen schon gut einzuordnen waren, aber die Begrifflichkeiten aus der Finanzwelt waren komplexer. Hier wird angesetzt.

Northvolt

Northvolt ist ein schwedisches Unternehmen, das im Bereich der Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge tätig ist. Ende 2023 vergab die KfW (vormals Kreditanstalt für Wiederaufbau) an Northvolt einen Kredit (in Form einer Wandelanleihe) in Höhe von 600 Millionen Euro für den Bau einer Batteriefabrik in Schleswig-Holstein. Die KfW ist eine staatseigene Bank, die zu 80 Prozent dem Bund gehört und zu 20 Prozent den Bundesländern. Vorsitzender des Verwaltungsrats ist der Bundeswirtschaftsminister.

  • Verluste der KfW sind Verluste des Steuerzahlers 

Wenn die KfW Verluste macht, geht also das Geld des Steuerzahlers verloren. Damit die KfW beim Ausfall eines Großschuldners nicht ihrerseits in finanzielle Schwierigkeiten gerät, übernimmt der Bund immer wieder Garantien zugunsten der KfW. Der Steuerzahler sichert also sich selbst ab. 

  •  UFK-Garantie von 400 Millionen Euro

Bereits im Jahre 2020 (also noch unter Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Scholz als Bundesfinanzminister) hat der Bund eine sogenannte UFK-Garantie in Höhe von 420 Millionen US-Dollar (ca. 400 Mio. Euro) übernommen. Diese Garantie sichert eine Finanzierung seitens kommerzieller Banken für die Northvolt-Batteriefabrik in Schweden ab. 

 

  • Die KfW-IPEX-Finanzierung von 180 Millionen Euro

Zusätzlich beteiligte sich im Januar 2024 die KfW-IPEX-Bank, eine hundertprozentige Tochterfirma der KfW, mit 188 Millionen US-Dollar (etwa 180 Millionen Euro) an einer Northvolt-Finanzierung eines Bankenkonsortiums im Volumen von fünf Milliarden Euro. Da das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass die IPEX-Bank unabhängig von der Bundesregierung handele, ist anzunehmen, dass diese Finanzierung nichts mit der UFK-Garantie der Bundesregierung zu tun hat, somit der Steuerzahler hierfür zusätzlich geradezustehen hat. 

Das Gesamtschadensrisiko für den Steuerzahler setzt sich wie folgt zusammen: 

(1) 600 Mio. Euro: Kredit/Wandelanleihe 

(2) 148 Mio. Euro: entgangene Zinsen und KfW-Refinanzierungskosten 

(3) 400 Mio. Euro: UFK-Garantie 

(4) 180 Mio. Euro: KfW-IPEX-Bank-Finanzierung

Gesamtbetrag: 1.328 Millionen Euro = 1,328 Milliarden Euro 

 

Was sind UFK-Garantien?

Was sind UFK-Garantien?

Die Garantien für ungebundene Finanzkredite (UFK-Garantien) sind integraler Bestandteil der Rohstoffstrategie der Bundesregierung. Sie sichern Kreditgeber von Rohstoffvorhaben im Ausland gegen wirtschaftliche und politische Kreditausfallrisiken ab. Grundsätzlich muss das finanzierte Vorhaben als rohstoffwirtschaftlich förderungswürdig beurteilt werden und im besonderen staatlichen und gesamtwirtschaftlichen Interesse Deutschlands liegen. Darüber hinaus ist der Abschluss eines langfristigen Rohstoffliefervertrags mit einem deutschen Abnehmer Voraussetzung für die Garantieübernahme.

 

Wofür können UFK-Garantien genutzt werden?

Ungebundene Finanzkredite können für verschiedene Rohstoffvorhaben genutzt werden. Neben diesen werden UFK-Garantien auch für den Aufbau und die Förderung von marktwirtschaftlichen Strukturen im Ausland im Rahmen von Förderbankenprojekten gewährt.

 

Gut zu wissen: Als Teil der Rohstoffstrategie wurde die Möglichkeit geschaffen, UFK-Garantien im Bereich der Rohstoffförderung auch bei nicht-projektbezogenen Unternehmensfinanzierungen anzuwenden.

  • Merkmale der UFK-Garantien

Gezielte Vorhaben: Ungebundene Finanzkredite werden an gezielte Vorhaben im Ausland vergeben. Im Gegensatz zu den weiteren Außenwirtschaftsförderinstrumenten des Bundes sind die Garantien für diese Kredite nicht an deutsche Lieferungen und Leistungen gebunden und stellen somit keine deutsche Exportfinanzierung dar.
 

  • Vertragsgegenstand: Gegenstand einer UFK-Garantie ist die im Kreditvertrag vereinbarte Forderung gegen den ausländischen Schuldner des Rohstoffvorhabens auf Rückzahlung des Kredits. Der Kredit kann in Euro oder einer Fremdwährung herausgelegt werden. Im Kreditvertrag aufgeführte Zinsen sind – bis zur vereinbarungsgemäßen Fälligkeit der jeweiligen Kreditraten – von der UFK-Garantie mit erfasst. Die Garantien werden auf Antrag deutscher Kreditinstitute und Zweigniederlassungen ausländischer Banken in Deutschland gewährt. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch ausländische Banken eine Garantie erhalten.
     
  • Keine deutsche Beteiligung notwendig: Eine deutsche (Eigenkapital-) Beteiligung an dem finanzierten Vorhaben ist nicht notwendig. Die Einbindung einer UFK-Garantie kann auf Basis einer Projektfinanzierung oder einer strukturierten Finanzierung erfolgen. Die Kreditlaufzeit ist dabei theoretisch nicht begrenzt, praktisch orientiert sie sich jedoch am Rohstoffabnahmevertrag.

 

  • UFK-Garantien: Voraussetzungen zur Übernahme einer Garantie

 1. Rohstoffwirtschaftliche Förderungswürdigkeit

Als förderungswürdig erachtet werden Vorhaben, die der Erhöhung der Versorgungssicherheit der Bundesrepublik Deutschland mit Rohstoffen dienen. Voraussetzung hierbei ist, dass auf der Grundlage von langfristigen Lieferverträgen mit inländischen Abnehmern Rohstoffe nach Deutschland gebracht werden, an deren Bezug ein gesamtwirtschaftliches Interesse besteht.
 

2. Risikomäßige Vertretbarkeit

Die Übernahme einer UFK-Garantie muss für den Bund risikomäßig vertretbar sein, d. h. unter Berücksichtigung der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers sowie im Hinblick auf die mit der Kreditgewährung verbundenen politischen Risiken muss eine berechtigte Aussicht auf eine schadenfreie Rückzahlung des gewährten Kredits bestehen.
 

3. Projektstruktur

Für eine Garantieübernahme in Betracht kommen nur Kredite zur Finanzierung technisch und kommerziell ausgereifter Vorhaben. Dabei muss die Gesamtfinanzierung des Einzelvorhabens gesichert sein. Weiterhin sollte die Kreditlaufzeit der wirtschaftlichen Natur des Vorhabens entsprechen. In Bezug auf die Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsauswirkungen des Projekts muss die Einhaltung international anerkannter Standards gewährleistet sein. Schließlich darf die Finanzierung nicht der Ablösung von Verpflichtungen aus in- oder ausländischen Liefer- und Leistungsgeschäften dienen (keine Finanzierung von Umschuldungen).

  • UFK-Garantie mit Verbriefungsgarantie

Eine UFK-Garantie kann auch mit einer Verbriefungsgarantie kombiniert werden. Die Verbriefungsgarantie erleichtert Banken dabei die externe Refinanzierung von auf Basis einer Finanzkreditdeckung abgesicherten Exportfinanzierungen, indem zugunsten des Refinanzierers bestimmte Deckungsverbesserungen vorgenommen werden.

Was ist eine Wandelanleihe?

Eine Wandelschuldverschreibung bzw. Wandelanleihe

bezeichnet eine Anleihe, die neben dem Anspruch auf Zinszahlungen und der Rückzahlung des Nennwerts auch ein Recht auf Umwandlung in eine festgelegte Anzahl von Aktien des ausgebenden Unternehmens beinhaltet.

Durch die Ausgabe von Wandelanleihen können Unternehmen zusätzliches Kapital beschaffen. Dabei wird meist ein geringerer Zinssatz als bei herkömmlichen Anleihen fällig. Auch aus steuerlicher Sicht sind Wandelanleihen besonders günstig, da bei gleich hoher Ausschüttung durch Dividenden mehr Kapital aufgebracht werden müsste, als bei Ausschüttung durch die vereinbarten Zinszahlungen. Mit der Wahrnehmung des Wandlungsrechtes durch den Anleger wird dieser vom Gläubiger zum Aktionär und das eingebrachte Kapital von Fremd- zu Eigenkapital.

Mezzaninkapital?

Mezzaninkapital bezeichnet Kapital, bei dem es sich rechtlich und wirtschaftlich um eine befristete Mischform zwischen Eigenkapital und Fremdkapital handelt. Abgeleitet wird der Begriff vom Italienischen „Mezzo“, was mit „mittel“ übersetzt wird. Die Mezzanine Finanzierung stützt sich regelmäßig nicht auf Sicherheiten, sondern auf Beteiligungen am Gewinn. Der Kapitalgeber erhält weder Stimmrechte, noch hat er die Möglichkeit, Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen. Meistens wird Mezzanine Kapital als Ergänzungefinanzierung zu anderen Finanzierungsinstrumenten verwendet.
 

Vorteile und Nachteile einer Mezzanine Finanzierung

Wie bei jeder Finanzierungsform hat die Mezzanine Finanzierung für Unternehmen Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Die individuelle Ausgestaltungsstruktur als Eigenkapital (stille Beteiligungen, wertpapierverbriefte Genussscheine oder Wandel- und Optionsanleihen) verbessert die Bilanzstruktur und damit die Bonität eines Unternehmens.
  • Das Mezzanine Kapital stellt Liquidität dar, ohne dass der Kapitalgeber dafür besondere Sicherheiten verlangt.
  • Es besteht eine weitgehende Nutzungsfreiheit des Kapitals, da Kapitalgeber häufig auf ein Mitspracherecht verzichten.
  • Es gibt keine festen Tilgungszeitpunkte, sodass Liquiditätsengpässe vermieden werden.
  • Der Kreditspielraum wird durch das Mezzaninkapital aufrechterhalten beziehungsweise kann ihn sogar erweitern, sofern das Mezzanine Kapital Eigenkapitalcharakter hat und insoweit eine gewisse Sicherheit bietet.
  • Es bestehen flexible Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der Rückzahlungsmodalitäten unter Berücksichtigung der unternehmensinternen Liquidität. Das bedeutet, dass das Unternehmen Rückzahlungen auch flexibel leisten kann, wenn es kurzfristig zu besonderen finanziellen Erträgen kommt.
  • Mit der Vergabe des Mezzaninkapitals sind keine Gesellschafterrechte verbunden.
  • Unternehmen können sich Geld beschaffen, ohne dafür Mitspracherechte im operativen oder strategischen Geschäft abtreten zu müssen. Das bedeutet, dass Kapitalgeber keinen Einfluss auf die Geschäftsstrategie oder Geschäftsführung haben.
  • Durch das Mezzanine Kapital verringert sich die Abhängigkeit von Banken, da die Kapitalspritze von dritten Geldgebern finanziert wird.

Nachteile

  • Die Kosten für Mezzaninkapital sind regelmäßig höher als bei klassischen Bankkrediten. Grund ist das Risiko für Kapitalgeber im Falle einer Insolvenz des Unternehmens, die lediglich nachrangige Rückzahlungsrechte gegenüber anderen Gläubigern haben und gegebenenfalls leer ausgehen. Das wirkt sich in Form von höheren Zinsen aus, die eine Art Risikoprämie beziehungsweise ein Ausgleich zu dem erhöhten Risiko sind.
  • Im Vergleich zu reinem Eigenkapital wird das Mezzanine Kapital Kapitalnehmern nur für eine bestimmte Zeit überlassen und steht nicht dauerhaft zur Verfügung.
  • Das Unternehmen muss über einen guten Cash-flow verfügen, um an eine Mezzanine Finanzierung zu kommen. Denn bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist es nicht möglich, einfach aus dem Finanzierungsvertrag auszusteigen.
  • Das Mezzaninkapital ist insbesondere für Unternehmen sinnvoll, die ein starkes Wachstum verfolgen und viel Kapital benötigen. Voraussetzung für die Finanzierung ist allerdings eine stabile Ausgangsposition, die eine starke Marktposition und eine gute Eigenkapitalrendite einschließt.

 KfW IPEX-Bank 

Die KfW IPEX-Bank - unter den Exportbanken

sie übernimmt in Finanzierungskonsortien die führende Rolle und bindet andere Banken, Institutionelle Investoren und Versicherungen aktiv ein.

Haushaltsführung 2023
Über- und außerplanmäßige Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen im vierten Vierteljahr des Haushaltsjahres 2023 Bund

Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Innovation, Technologie und Neue Mobilität
671 11 apl
Ausgaben und Finanzierungskosten im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Wandelanleihe von Northvolt durch die KfW
-
Von der Verpflichtungsermächtigung werden fällig:
Im Haushaltsjahr 2024 bis zu:
950 T€
Im Haushaltsjahr 2025 bis zu:
950 T€
Im Haushaltsjahr 2026 bis zu:
950 T€
Im Haushaltsjahr 2027 bis zu:
950 T€
Im Haushaltsjahr 2028 bis zu:
950 T€
Im Haushaltsjahr 2029 bis zu:
250 T€
Im Haushaltsjahr künftige bis zu:
743.181 T€
Absicherung einer Verwaltungs- und Freistellungserklärung des Bundes gegenüber der KfW zur Zeichnung einer Wandelanleihe der Northvolt AB. Die außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigung ist mit Schreiben des Bundesministeriums der Finan-zen vom 10. Oktober 2023 dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat mitgeteilt worden.

Pressemeldungen:

Northvolt im Spiegel der Finanzen:

Northvolt benötigt wohl weitere Milliarden-Summe
29.01.2025 - 08:53 Uhr

Der angeschlagene schwedische Batteriezellhersteller Northvolt verfügt nach Angaben von Insidern noch über genügend Geld für die nächsten Wochen. Auf einer Veranstaltung im Januar habe Northvolt davon gesprochen, bis 2027 ungefähr 1,29 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital zu benötigen.

Bei einem Treffen im Januar hätten Northvolt-Vertreter davon gesprochen, dass die Mittel bis mindestens Mitte Februar reichten, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ein dritter Insider sprach sogar von genügend Mitteln bis etwa Ende Februar. Die Sparmaßnahmen Ende 2024 hätten Northvolt „etwas Luft verschafft“, heißt es – es wurden einige Projekte beendet oder abgestoßen (es handelt sich u. a. um das portugiesische Energieunternehmen Galp es hat beschlossen, die zusammen mit Northvolt geplante Lithium-Umwandlungsanlage in Portugal nicht umzusetzen). An dem Treffen sollen mehr als 100 Menschen teilgenommen haben.

Rund um den Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts im November hatte der inzwischen zurückgetretene Northvolt-CEO Peter Carlsson bereits einen Finanzbedarf von 1,2 Milliarden Dollar ins Spiel gebracht. Die jetzt genannte Summe fällt also etwas höher aus. Northvolt war aufgrund verschiedener Faktoren in finanzielle Schieflage geraten. Zum einen konnte das Unternehmen selbst die 2022 gestartete Produktion in Schweden bisher nicht ausreichend skalieren. Zum anderen hat sich die Wirtschaftslage allgemein und in der Elektromobilität im Speziellen seitdem eingetrübt, weshalb es Northvolt nicht gelungen ist, über Investoren eine nötige Finanzierung zu erhalten.

Das hat eben zu dem Antrag auf Gläubigerschutz am 21. November 2024 geführt. Damals gab Northvolt an, dass das verfügbare Geld für rund zehn bis elf Wochen reichen solle – dieser Zeitraum würde in der kommenden Woche auslaufen. Damals hatte Northvolt Zugriff auf 245 Millionen US-Dollar (davon 100 Millionen Dollar als Kredit von Hauptkunde Scania). Anfang Januar haben sich die Northvolt-Eigner für die Sanierung und damit gegen die Liquidierung des Unternehmens ausgesprochen.

Weiterhin von dem Gläubigerschutzverfahren um das schwedische Mutter-Unternehmen nicht betroffen ist der Bau der Northvolt-Batteriefabrik im schleswig-holsteinischen Heide. Die Deutschland-Tochter hält an dem Zeitplan fest, in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 mit der Produktion zu beginnen und danach zu skalieren.

Möglich ist das auch dank eines Darlehens über rund 600 Millionen Euro von der KfW – der Bund und das Land Schleswig-Holstein bürgen jeweils zur Hälfte. Doch um dieses Darlehen gibt es jetzt politischen Streit: CDU und FDP ärgert angeblich, dass Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ein Gutachten von Wirtschaftsprüfern nachträglich als geheim eingestuft habe. An diesem Mittwoch soll Habeck Medienberichten zufolge in den Haushaltsausschuss des Bundestages kommen und über den Vorgang sprechen.

Volvo übernimmt Batterie-Joint-Venture Novo Energy
29.01.2025 - 13:45 Uhr

Volvo Cars und Northvolt haben einen Aktienkaufvertrag über die Anteile von Northvolt am gemeinsam betriebenen Batteriezellen-Joint-Venture Novo Energy unterzeichnet, der dazu führt, dass Volvo Cars – vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständigen Behörden – das vollständige Eigentum an Joint Venture übernimmt.

Zudem haben Volvo Cars und Northvolt einen Rahmenvertrag unterzeichnet, um auszuloten, wie die Unternehmen in Zukunft zusammenarbeiten könnten, einschließlich potenzieller zukünftiger Liefermöglichkeiten in Nordamerika. Details zu dieser Rahmenvereinbarung gibt es in den kurzen Mitteilungen der beiden Unternehmen aber nicht.

Dass Volvo Cars die Mehrheit an Novo Energy übernehmen will, war bereits vor Northvolts Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts bekannt geworden – Ende Oktober 2024 hatte Volvo über diese Absicht informiert. In der Joint-Venture-Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen ist ein Rückkaufsrecht verankert, für den Fall, dass eine der Parteien gegen die Aktionärsvereinbarung verstößt. Genau das hatte Volvo geltend gemacht, weil angeblich Northvolt seinen „Finanzierungsverpflichtungen nicht nachgekommen ist“, so Volvo im Oktober.

Aufgrund mehrerer Probleme – von enormen Verzögerungen beim Produktionshochlauf in der ersten Batteriefabrik in Schweden bis hin zu einer gescheiterten Finanzierung – war Northvolt in finanzielle Schieflage geraten und hat – wie es die damalige Volvo-Mitteilung nahelegt – schon vor dem Gläubigerschutzverfahren nicht alle vereinbarten Zahlungen leisten können.

 

Wie Volvo jetzt mitteilt, unterliegt die Transaktion „der Genehmigung durch das US-Konkursgericht für den südlichen Bezirk von Texas und die schwedische Aufsichtsbehörde für strategische Produkte, wobei beide Parteien für die Erfüllung der vereinbarten Voraussetzungen verantwortlich sind“. Nach Abschluss der Transaktion sollen zwischen den Unternehmen keine offenen Forderungen bestehen, so Volvo.

Trotz des jetzt vereinbarten Kaufvertrags ist offen, wie es mit Novo Energy genau weitergeht.  Gegründet wurde das Joint Venture 2022, um gemeinsam Batteriezellen für Elektroautos von Volvo (und potenziell anderen Geely-Marken) herzustellen. Im September 2023 wurde mit den Arbeiten an der Zellfabrik in Göteborg begonnen, die auf eine Kapazität von bis zu 50 GWh ausgelegt wurde.

Nur: Volvo hat bereits im Oktober umgehend angekündigt, dass man keine Batteriezellproduktion in Eigenregie umsetzen wird, sondern nur mit einem Partner. Mit der vollständigen Übernahme ist zwar der erste Schritt gemacht, der wichtige Technologiepartner für die Zell-Produktion wurde aber noch nicht präsentiert. Bei Novo Energy war der Produktionsbeginn für 2026 geplant. Ob Volvo diesen Zeitplan mit einem so späten Partner-Wechsel halten kann, ist unklar.

Volvo Car Corporation

Volvo Car Corporation

Die Volvo Car Corporation ist ein börsennotierter schwedischer Automobilhersteller. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Göteborg (Schweden). Die Volvo Car Group stellte ursprünglich ein Kerngeschäft des schwedischen Konzerns Swedish Volvo Group dar, wurde jedoch 1999 von diesem an die Ford Motor Company verkauft. Der Pkw-Hersteller und sein ehemaliger Mutterkonzern arbeiten seitdem komplett voneinander getrennt.

Im März 2010 wurde die Volvo Cars vom chinesischen Fahrzeugkonzern Geely (Zhejiang Geely Holding Group Co. Ltd.) übernommen.[3][4] Im Juli 2010 wurde Li Shufu, Eigner und Vorsitzender von Geely, zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Volvo Car Group ernannt. Präsident und CEO der Volvo Car Group ist seit 21. März 2022 Jim Rowan.[1]

Geely [ˈdʒiːli] (chinesisch 吉利汽車 / 吉利汽车, Pinyin Jílì Qìchē – „Glückverheißendes Automobil“)

Geely ein chinesischer Automobil- und Motorradhersteller. Unternehmenssitz ist Hangzhou, Hauptstadt der Provinz Zhejiang. Geely verfügt über sieben Standorte zur kompletten Produktion von Autos. Dazu zählen die Städte Linhai, Ningbo und Luqiao in der Provinz Zhejiang sowie Shanghai, Xiangtan in Hunan, Jinan in Shandong und Lanzhou in Gansu. Ein weiterer Standort für die Produktion von Teilen befindet sich in Chengdu in Sichuan.

Pressemeldungen:

Northvolt im Spiegel der Finanzen:

Scania schaut sich nach Alternativen zu Northvolt um.

15.11.2024  Der Lkw-Hersteller Scania, der seine Batteriezellen eigentlich ausschließlich von Northvolt beziehen möchte, spricht mit anderen Batteriezellenherstellern, um sich für etwaige Probleme bei Northvolt zu wappnen. Derweil ist die Bundesregierung "im stetigen Austausch" mit Northvolt, um den Bau der Northvolt-Fabrik im norddeutschen Heide sicherzustellen.

Der Volkswagen-Konzern, zu dem Traton gehört, ist mit 21 Prozent größter Anteilseigner bei Northvolt und gehört zu den größten Kunden des schwedischen Unternehmens. 2021 hatte Volkswagen für mehrere Marken Batteriezellen für 14 Milliarden US-Dollar bei Northvolt bestellt. Am Montag schied der VW-Vertreter Sven Fuhrmann aus dem Northvolt-Aufsichtsgremium aus. Details dazu nannte VW nicht.

und schon Monate vorher

20.06.2024, 20.55 Uhr Auftrag für Batteriezellen BMW zieht Milliardendeal mit Northvolt zurück.

Northvolt lag offenbar zwei Jahre hinter dem Zeitplan, nun ist das schwedische Unternehmen einen Großauftrag mit BMW los. Zwei Milliarden Euro gehen Northvolt dadurch verloren.

NORTHVOLT AB,

xxxxx

XX. Deutsche Nicht-Schuldnerunternehmen.

72. Zur Vermeidung von Missverständnissen: (a) weder Northvolt Germany TopCo GmbH, Northvolt Drei HoldCo GmbH oder Northvolt Drei Project GmbH (der ‚deutsche Nichtschuldner‘) Unternehmen“) sind Schuldner im Rahmen der DIP-Fazilität,

(b) nichts in dieser endgültigen Anordnung, der einstweiligen Anordnung, der DIP-Kreditvertrag oder die anderen DIP-Darlehensdokumente sind so auszulegen, dass sie ein Pfandrecht gewähren, Pfandrecht oder sonstiges Sicherungsrecht in Bezug auf Eigentum oder Eigenkapitalanteile, die von Deutsche Nicht-Schuldner-Einheit und (c) nichts in dieser endgültigen Anordnung, der einstweiligen Anordnung, der DIP-Kredit Vereinbarung oder die anderen DIP-Darlehensdokumente stellen eine Vollmacht für die Schuldner dar, jede konzerninterne Finanzierungsvereinbarung, die von einem deutschen Nicht-Schuldnerunternehmen bereitgestellt wird.
74. Sofern hierin nicht ausdrücklich ergänzt oder anderweitig geändert, gelten alle Bestimmungen der einstweiligen Verfügung und alle von den Schuldnern oder den vor der Insolvenz gesicherten Parteien ergriffenen Maßnahmen in sind bindend, bleiben in Kraft und werden hiermit durch diese Schlussanträge ratifiziert.

Northvolt und die
Debtor-in-Possession-Finanzierung (DIP)

Das Umstrukturierungsverfahren nach Chapter 11 in den USA unterscheidet sich von einem Konkurs- oder Insolvenzverfahren in Schweden oder vielen anderen Ländern. Wichtig ist, dass Northvolt durch diesen Prozess Zugang zu neuen Finanzierungsquellen erhält, darunter etwa 145 Millionen US-Dollar an Barsicherheiten. Darüber hinaus hat sich einer der bestehenden Kunden von Northvolt verpflichtet, 100 Millionen US-Dollar an neuen Finanzmitteln bereitzustellen, um Northvolt Geschäftsbetrieb in Form einer Debtor-in-Possession-Finanzierung (DIP) zu unterstützen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Finanzierungsform für Unternehmen, die im Rahmen eines Chapter-11-Verfahrens umstrukturiert werden.

Das US-amerikanische Insolvenzverfahren „Chapter 11“ bevorzugt die Umstrukturierung von Unternehmen gegenüber deren Liquidation . Daher kann die Beantragung dieser Art von Schutz für in Not geratene Unternehmen, die eine Finanzierung benötigen, eine lebenswichtige Hilfe sein.

 

NDR 23.12.2024

Der Batteriehersteller hält eine Tochtergesellschaft in den USA und kann deswegen dort das Verfahren vor einem Gericht beantragen. "Ganz typischerweise wird die Forderung der Gläubiger danach viel weniger wert sein", sagt Liebscher. Es komme zu einem sogenannten Haircut, also einem Haarschnitt. "Die Forderungen der Bundesrepublik und des Bundeslandes werden erheblich zurückgeschnitten werden - möglicherweise bis zu 100 Prozent." Im Fall von Schleswig-Holstein wären das 300 Millionen Euro plus Zinsen - also umgerechnet mehr als 100 Euro für jeden Einwohner im nördlichsten Bundesland.

 

Auch IMCO schreibt Beteiligung an Northvolt ab. 12.02.2025 - 11:00 Uhr

Die Investment Management Corp. of Ontario (IMCO) soll ihre 400 Millionen Dollar schwere Investition in Northvolt abgeschrieben haben. Damit reiht sich der Fondsverwalter ein in eine länger werdende Liste von Aktionären, die ihre Investitionen in den insolventen schwedischen Batteriehersteller abschreiben.

Die Investment Management Corp. of Ontario verwaltet rund 77 Milliarden Kanadische Dollar (rund 52 Milliarden Euro) für öffentliche Einrichtungen in der Provinz Ontario. Zu den IMCO-Kunden zählen etwa das Ontario Pension Board und das Workplace Safety and Insurance Board. 2023 kaufte IMCO Wandelanleihen von Northvolt, was einer Investition von 400 Millionen Dollar in den angehenden Batteriehersteller entsprach. Wir erinnern uns: Northvolt kündigte in demselben Jahr an, auch eine Kanada-Batteriefabrik („Northvolt Six“) in der Provinz Québec bauen zu wollen.

Sein 400-Millionen-Dollar-Invest hat IMCO nun nach Information von Bloomberg abgeschrieben. Hintergrund ist, dass Northvolt arge Liquiditätsprobleme hat und im November 2024 ein Gläubigerschutz-Verfahren nach US-Recht initiieren musste. Wenig später wurde bereits bekannt, dass die beiden größten Anteilseigner von Northvolt, Volkswagen und Goldman Sachs, ihre Anteile am schwedischen Batteriehersteller abschreiben wollen. Das sind weitere schlechte Nachrichten für Northvolt. Zwar ändert sich dadurch nicht der Kontostand des Unternehmens, aber die Investoren äußern damit indirekt ihre Einschätzung, dass der Batteriehersteller rapide an Substanz einbüßt.

Wie Bloomberg weiter schreibt, hat inzwischen auch Schwedens staatlicher Pensionsfonds seine gesamte Northvolt-Investition abgeschrieben. Der dänische Pensionsfonds ATP müsse ebenfalls „einen großen Verlust auf seine 5-prozentige Beteiligung an Northvolt hinnehmen“. Und Ende 2024 soll obendrein BlackRock erklärt haben, den Wert eines seiner Flaggschiff-Fonds für erneuerbare Energien herabgesetzt zu haben – unter anderem wegen der Insolvenz von Northvolt.

Was ist eine 
Debtor-in-Possession-Finanzierung (DIP)

Mit Debtor-in-possession (DIP)-Finanzierungen können Unternehmen, die nach Chapter 11 Insolvenz angemeldet haben, Kapital aufnehmen, um sich umzustrukturieren und weiter zu handeln. DIP-Darlehen haben in der Regel Vorrang vor bestehenden Schulden, Eigenkapital und anderen Forderungen und werden in der Hoffnung gewährt, dass sich das in Schwierigkeiten geratene Unternehmen mit einer neuen Geldspritze selbst retten, wieder Geld verdienen und alle seine Schulden zurückzahlen kann.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Bei der Debtor-in-Possession-Finanzierung (DIP) handelt es sich um eine Finanzierung für Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens Chapter 11, die es ihnen ermöglicht, ihren Betrieb fortzuführen.
  • Kreditgeber von DIP-Finanzierungen haben bei Pfandrechten an den Vermögenswerten des Unternehmens Vorrang vor vorherigen Kreditgebern.
  • Kreditgeber gestatten eine DIP-Finanzierung, da sie es einem Unternehmen ermöglicht, seinen Betrieb fortzuführen, sich neu zu organisieren und schließlich seine Schulden zu tilgen.
  • Laufzeitkredite sind die am häufigsten angebotene Finanzierungsform, früher waren es revolvierende Kredite.
  • Die Zinskosten für diese Finanzierungsart sind tendenziell hoch.

Debtor-in-Possession-Finanzierung (DIP) verstehen

Ein Debtor in possession ist ein Unternehmen, das nach dem US-amerikanischen Verfahren Chapter 11 Insolvenzschutz beantragt. Unternehmen, die diese Art von Insolvenz anmelden, können sich gemäß Abschnitt 364(c) des US-amerikanischen Insolvenzrechts eine Finanzierung sichern, um ihre Reorganisation zu erleichtern. Diese Finanzierung wird Debtor in possession (DIP)-Finanzierung genannt.

Das in Schwierigkeiten geratene Unternehmen muss beim Konkursgericht die Erlaubnis beantragen, Geld von Kreditgebern zu leihen. Das Gericht ist sich bewusst, dass das Unternehmen Betriebskapital benötigt, um zu überleben und seine bestehenden Schulden zu begleichen, möchte aber auch Beweise für einen soliden Sanierungsplan sehen.

Auch Kreditgeber werden bankrotten Unternehmen nicht einfach blind Kapital zur Verfügung stellen. Sie werden auch Beweise dafür sehen wollen, dass das Unternehmen einen soliden Plan zur Erzielung von Gewinnen hat. Sie werden auch Garantien verlangen. DIP-Finanzierungen sind in der Regel vollständig durch das Vermögen des Unternehmens abgesichert und haben normalerweise Vorrang vor bestehenden Schulden, Eigenkapital und anderen Ansprüchen, was bedeutet, dass der Vermittler der DIP-Finanzierung als Erster sein Geld zurückerhält.

Northvolt-Debakel

Milliardenverluste:

Northvolt-Debakel – Milliardenverlust und
politischer Eklat um Ex-Minister Habeck

Mai 17, 2025
Robert Habecks einst gefeiertes Projekt zur Batterieproduktion entwickelt sich zum politischen und finanziellen Desaster. Der gescheiterte Versuch, mit Northvolt eine Schlüsselindustrie nach Deutschland zu holen, bringt nun einen potenziellen
Milliardenverlust mit sich. Die Insolvenz des schwedischen Konzerns belastet nicht nur den Bundeshaushalt, sondern wirft auch schwere Vorwürfe gegen den Ex-Wirtschaftsminister auf (bild: 12.05.25).

Milliardenverlust durch riskante Förderpolitik Im Mittelpunkt steht ein Kredit der KfW über 600 Millionen Euro, für den Bund und Schleswig-Holstein bürgen. Doch das ist nur ein Teil des Problems. Bereits 2020 hatte der Bund einen Bankkredit über 443 Millionen Euro für ein Northvolt-Projekt in Schweden
zu 80 Prozent abgesichert. Addiert ergibt sich ein potenzieller Milliardenverlust, der den Steuerzahler teuer zu stehen kommt-

Besonders brisant: Auch die deutschen Tochterfirmen von Northvolt rutschen wirtschaftlich ab. Die Northvolt Germany TopCo GmbH kämpft mit gravierenden Liquiditätsproblemen. Insolvenzverwalter Mikael Kubu bemüht sich um eine Restrukturierung, gleichzeitig soll der Verkauf der deutschen Gesellschaften vorbereitet werden. Die Gefahr eines Totalverlusts steigt.
Bauprojekt in Heide geht weiter – zumindest vorerst Trotz der Konzernpleite laufen die Bauarbeiten in Heide weiter. Ein Sprecher der Northvolt Drei Project GmbH erklärte gegenüber der Bild: „Die Bauarbeiten in Heide gehen weiter, während parallel intensive Gespräche mit potenziellen Investoren laufen, die ein großes Interesse am deutschen Standort erkennen lassen.“ Die Gesellschaft sei rechtlich nicht direkt von der Insolvenz der Mutter betroffen. In Heide sollten ab 2026 Batteriezellen für Elektroautos produziert werden. Geplant waren 3.000 Arbeitsplätze sowie eine Recyclinganlage zur Rückgewinnung seltener Rohstoffe. Habeck hatte das Vorhaben öffentlich als „Meilenstein der Energiewende“
gelobt und politisch stark unterstützt.

Politisches Nachspiel: CDU-Politiker erhebt Drohvorwurf. 

Die Pleite führt nun auch zu einem handfesten politischen Konflikt. CDU Haushaltspolitiker Andreas Mattfeldt erhebt schwere Vorwürfe gegen Habeck. Dieser habe im Januar 2025 im Haushaltsausschuss des Bundestags versucht, Informationen zu Northvolt zurückzuhalten und zugleich mit juristischen Konsequenzen gedroht.
Laut Mattfeldt habe Habeck ihn vor Zeugen fast schon attackiert und gewarnt: „Ich müsse aufpassen, was ich von mir gebe. Es könne dazu führen, dass ich eine Strafanzeige erhalte.“ Der CDU-Politiker sieht darin den Versuch, kritische Nachfragen zu unterbinden: „Eine Täter-Opfer-Umkehr und nahezu schon eine Drohung“, so Mattfeldt. Zudem habe Habeck relevante Informationen nur bruchstückhaft geliefert und einen Schlüsselbericht kurzfristig als geheim eingestuft. Aufarbeitung gefordert – Habeck weist Vorwürfe zurück
Aus dem Umfeld des Ex-Ministers heißt es, Habeck habe die Fragen im Ausschuss
sachlich beantwortet. An das Gespräch außerhalb des Plenarsaals könne man sich nicht
erinnern. Von Drohungen oder verbalen Attacken könne keine Rede sein.
Mattfeldt hält sich mit der Forderung nach einem Untersuchungsausschuss noch zurück,
betont aber: „Dass die Northvolt-Zahlungen in den berühmten Himmel stinken, dürfte jedem klar geworden sein.“ Auch andere Oppositionspolitiker fordern Aufklärung. Der
Vorwurf: Die Bundesregierung habe unter dem Deckmantel der Industriepolitik einen Milliardenverlust billigend in Kauf genommen.
Damit wird klar: Die Northvolt-Insolvenz ist nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden, sondern auch ein Fall für die politische Aufarbeitung. Der entstandene Milliardenverlust
wirft grundsätzliche Fragen zur Verantwortung und Kontrollmechanismen bei staatlich geförderten Großprojekten auf.

Prestigeprojekt Northvolt vor dem Totalschaden – Milliarden an Steuergeld verbrannt.

Mai 31, 2025
Das einst gefeierte Prestigeprojekt Northvolt steht vor dem endgültigen Aus. Trotz Milliardenhilfen aus Deutschland und Schweden endet die Produktion im schwedischen Hauptwerk Skellefteå am 30. Juni 2025. Insolvenzverwalter Mikael Kubu hält eine Fortführung der Zellfertigung am Standort Ett für ausgeschlossen. Der Konzern, einst als Vorreiter der europäischen Elektromobilität gefeiert, existiert nur noch auf dem Papier
(spiegel: 23.05.25).

Einstiges Prestigeprojekt bricht zusammen
Am Ende stützte sich der Betrieb auf nur einen Kunden: den Lkw-Hersteller Scania, ein Tochterunternehmen des VW-Konzerns. Eine Handvoll Mitarbeiter hielt die Produktion
aufrecht, doch auch dieser Notbetrieb wurde nun beendet. Scania äußerte gegenüber dem schwedischen Sender SVT: „Die Zusammenarbeit mit Northvolt ist für uns wirtschaftlich nicht mehr tragbar.“ Der Konzern plant offenbar den Wechsel zum chinesischen Zulieferer CATL.

Etwa 900 Beschäftigte verlieren damit ihre Jobs. Einzelne Firmenteile, wie das
Entwicklungszentrum in Stockholm oder das Werk in Danzig, könnten an Scania
übergehen. Für andere Bereiche des einstigen Prestigeprojekts laufen
Verkaufsverhandlungen.
Milliardengrab in Schleswig-Holstein
Noch düsterer sieht es in Deutschland aus. Die Northvolt Germany TopCo GmbH, die Dachgesellschaft der deutschen Ableger, hat ein Restrukturierungsverfahren eingeleitet.
Besonders betroffen: das unfertige Werk bei Heide in Schleswig-Holstein. Über eine Wandelanleihe flossen rund 600 Millionen Euro an Steuergeldern in das Prestigeprojekt.
Insgesamt stehen über eine Milliarde Euro aus öffentlichen Mitteln auf dem Spiel.
Die deutschen Northvolt-Firmen waren eng mit dem Mutterkonzern verbunden. Sie beschafften unter anderem Rohstoffe und zählen nun zu den Gläubigern. Die Insolvenz
trifft daher nicht nur regionale Projekte, sondern gefährdet auch die gesamte staatliche Förderstrategie.

Streit um geheime Gutachten

Im schleswig-holsteinischen Landtag tobt ein Streit über die Aufarbeitung der Northvolt-Pleite. Im Fokus steht ein Gutachten der Beratungsgesellschaft PwC, das im Auftrag des
Bundes entstand. Es gilt als Grundlage für die Förderzusagen, bleibt jedoch unter Verschluss – eingestuft als „VS Vertraulich“ von Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck.
Wirtschaftsstaatssekretärin Julia Carstens betont, dass die Anträge auf Veröffentlichung schrittweise geprüft würden. Doch viele Abgeordnete drängen auf vollständige Transparenz. Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche soll zur
Offenlegung gedrängt werden.

Untersuchungsausschuss droht.

FDP-Politiker Bernd Buchholz, ehemaliger Landeswirtschaftsminister, zeigt sich
zunehmend ungeduldig: „Ich bin an einer nicht öffentlichen Erörterung des Sachverhalts nicht mehr interessiert.“ Falls die Verzögerung anhält, hält er einen Untersuchungsausschuss für unausweichlich: „Dann ist die Befragung einfacher.“
Northvolt galt lange als Symbolprojekt für eine klimafreundliche Industriepolitik. Bund, Länder und EU unterstützten das Prestigeprojekt mit Milliarden. Doch die Insolvenz in
Schweden und das gescheiterte Sanierungsverfahren nach US-Recht zeigen: Der Traum von europäischen Batteriezellen zerplatzt in der Realität. Neue Schulden für alte Fehler
Um die fällige Anleihe in Höhe von 300 Millionen Euro bedienen zu können, musste Schleswig-Holstein neue Kredite aufnehmen. Laut SPIEGEL-Recherchen lagen
Frühzeitige Hinweise auf finanzielle Probleme bei Northvolt vor. Dennoch wurde das Prestigeprojekt weiter gefördert – offenbar ohne ausreichende Kontrolle.
Northvolt ist damit nicht nur ein wirtschaftliches Desaster, sondern auch ein politisches.
Die Lehre aus dem Fall: Prestige allein ersetzt keine tragfähige Geschäftsstrategie. Der Schaden für Steuerzahler und Vertrauen in staatliche Förderpolitik ist enorm.

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Northvolt Finanznachrichten

Gutachten gibt Einblick in Northvolts Batterieproduktion

Northvolt, bei Förderzusage wohl noch weit von Serienreife entfern     Stand: 13.02.2025

Als Northvolt die Förderzusage von Bund und Land Schleswig-Holstein für eine Giga-Fabrik in Heide bekommen hat, konnte der schwedische Batteriehersteller offenbar erst seriennahe Prototypen an die Kunden ausliefern. Eine Produktion im großen Maßstab war nach einem Gutachten noch in weiter Ferne.

Nach Recherchen des NDR gibt es neue Details aus dem als geheim eingestuften Gutachten der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Dieses war im Vorfeld der Förderzusagen für das Northvolt-Batteriewerk in Heide von der Bundesregierung in Auftrag gegeben worden. Wie der NDR aus einer Quelle, die Einblick in das Gutachten nehmen konnte, erfahren hat, war Northvolt zum Zeitpunkt der Förderentscheidung noch weit entfernt von einer Serienproduktion von Batterien.

Gutachter: Anfang 2023 lieferte Northvolt nur seriennahe Prototypen aus.

Das Unternehmen habe Anfang 2023 zwar wichtige Meilensteine bei der Batteriefertigung erreicht, allerdings hielten die Gutachter nach Informationen des NDR fest, dass Northvolt zum damaligen Zeitpunkt nur seriennahe Prototypen an die Kunden ausgeliefert hat. Für den gesamten Hochlauf der Produktion seien in dem Gutachten drei bis vier Jahre als realistisch eingeschätzt worden. Die Recherchen decken sich mit einer Antwort des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klima auf eine Presseanfrage des NDR. Das Gutachten war am 5. Dezember 2024 auf Grundlage des Sicherheitsüberprüfungsgesetzes von der Bundesregierung als "VS-Vertraulich" eingestuft worden. Dies ist der dritthöchste Grad der Geheimhaltung nach "Streng geheim" und "Geheim".

 

Schleswig-Holstein

Northvolt-Krise – Abgeordnete haben vier Wochen zur Akteneinsicht    Stand: 20.02.2025

Die Krise bei Northvolt könnte Schleswig-Holstein teuer zu stehen bekommen. Das Land bürgt für eine Anleihe und fördert da Projekt weiter. Nun können die Abgeordnete in Dokumente schauen.

Die Abgeordneten des schleswig-holsteinischen Landtages haben mindestens vier Wochen für die Einsicht in Akten zwischen der Landesregierung und dem schwedischen Batterieproduzenten Northvolt. Dabei gebe es einige Besonderheiten, denn die Landesregierung übergebe eine Akte mit „sehr großem Schutzniveau“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Julia Carstens (CDU) am Vormittag im Finanz- und Wirtschaftsausschuss.
Es gehe einerseits um eine wirksame Kontrolle, andererseits aber um sensible Unternehmensdaten von Northvolt, die vertraulich bleiben müssten. „Die Landesregierung ist verpflichtet, diese zu schützen“, sagte Carstens. Um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten, würden daher einige Akten ausgedruckt und andere in elektronischer Form vorgelegt werden.

 

Northvolt-Insolvenz

VW verliert Milliarden durch Northvolt-Insolvenz

Der Traum von grünen Batterien aus europäischer Produktion endet im finanziellen Desaster: Northvolt ist pleite, Volkswagen und der deutsche Staat verlieren Milliarden. Während VW noch mit den Folgen kämpft, haben BMW und Scania bereits gehandelt.  Redaktion auto motor und sport   24.02.2025

Europäische Batterien aus grüner Produktion – das Versprechen des schwedischen Unternehmens Northvolt klang ambitioniert. Zahlreiche Investoren, darunter führende Autobauer, setzten große Summen auf das Startup ehemaliger Tesla-Manager. Doch die Realität sieht nun bitter aus: Northvolt ist insolvent und hinterlässt einen Scherbenhaufen – besonders bei Volkswagen.

Volkswagen investierte insgesamt 1,4 Milliarden Euro in Northvolt und erhielt dafür einen Anteil von 20 Prozent sowie Einfluss im Aufsichtsrat. Dieses Geld dürfte nun verloren sein. Auch die öffentliche Hand steht vor einem finanziellen Desaster: Für den Bau der geplanten Batteriefabrik im schleswig-holsteinischen Heide stellte der Bund 600 Millionen Euro bereit. Nun droht ein Totalverlust, denn die Fabrik befindet sich nach wie vor im Rohbau. Der KfW-Kredit, abgesichert vom Bund und Schleswig-Holstein, dürfte ebenso nicht zurückgezahlt werden.

BMW erkannte Risiken frühzeitig Einzig BMW konnte sich rechtzeitig aus dem Desaster zurückziehen. Bereits im Sommer 2024 kündigten die Bayern ihren milliardenschweren Auftrag an Northvolt, nachdem sich Verzögerungen und Risiken abgezeichnet hatten. Schon damals räumte der inzwischen abgesetzte CEO Peter Carlsson ein, dass die Wachstumsziele "zu aggressiv" gewesen seien.

Scania rettet sich mit Notübernahme

Besonders betroffen ist neben VW auch dessen Tochter Scania. Der schwedische Lkw-Hersteller setzte ursprünglich voll auf Northvolt-Batterien. Inzwischen hat Scania reagiert und die profitable Sparte Northvolt Systems Industrial aus der Insolvenzmasse übernommen. Rund 300 Mitarbeiter an Standorten in Stockholm und im polnischen Danzig gehören nun zu Scania. Diese Sparte beliefert vor allem schwere Industrieanwendungen wie Baumaschinen oder Bohranlagen mit Batterien. Über den Kaufpreis wurde bislang nichts bekannt. Fest steht jedoch, dass Northvolt neben der Zentrale in Stockholm noch die Zellfabrik in Skelleftea sowie das Forschungslabor Northvolt Labs in Västeras bleiben. Volvo sicherte sich zudem bereits das gemeinsame Joint Venture NOVO Energy in Göteborg. Die Zukunft europäischer Batteriezellproduktion bleibt damit ungewisser denn je.

Fazit

Die Northvolt-Insolvenz trifft nicht nur Volkswagen hart, sondern verdeutlicht auch die Risiken einer ehrgeizigen Batterieproduktion in Europa. Die nächsten Schritte der Autobauer werden zeigen, ob der Traum von regionaler Zellfertigung noch eine Zukunft hat.

 

TV-Doku recherchiert zu Northvolts „grünen Batterien“

Stand: 28.02.2025 08:38 Uhr

Der insolvente Batteriezellhersteller Northvolt hat bisher nur Batterien mit extern zugeliefertem Kathodenaktivmaterial im Umlauf. Die Journalisten einer TV-Dokumentation des schwedischen Fernsehens folgern daraus, dass Northvolt mit seinem Versprechen einer „grünen" E-Auto-Batterie vorerst gescheitert sei.

Northvolt durchläuft seit November 2024 ein Gläubigerschutzverfahren nach US-Recht. Seitdem fokussiert sich Northvolt auf die Zellproduktion in der eigenen Batteriefabrik Northvolt Ett im nordschwedischen Skelleftea. Von anderen Projekten hat sich das Unternehmen seit der im Sommer gestarteten, strategischen Überprüfung getrennt. Seitdem pausiert auch offiziell die Produktion von Kathodenaktivmaterial (CAM) am Hauptsitz in Skelleftea.

Doch auch vor der Pause brachte die CAM-Anlage noch kein verwertbares Produkt hervor, denn sie befand sich ebenso wie die Zellfertigung im Aufbau. Unter Berufung auf anonyme Mitarbeiter berichtet der öffentlich-rechtliche Sender SVT denn auch, dass dort bisher vor allem Ausschuss vom Band gelaufen sei. Die Folge: In den bisher ausgelieferten Batterien befindet sich kein eigenes, CO2-arm hergestelltes Kathodenaktivmaterial, dieses wird stattdessen von externen Partnern bezogen – vor allem aus China. Northvolt selbst macht daraus auch gar kein Geheimnis und gab dies beispielsweise bereits in seinem Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht von 2023 an.

Was die TV-Doku vor allem herausarbeitet: Der von den Schweden stets beschworene niedrige Fußabdruck ihrer Batterien ist ergo höher als erwartet. Der Hersteller räumt dies auch auf seiner Website ein: Durch den Import steige der CO2-Abdruck jeder Batterie um zehn Kilogramm pro Kilowattstunde, heißt es dort. Northvolt soll laut SVT derweil an den Plänen für eine eigene Herstellung des Kathodenaktivmaterials festhalten.

Im weiteren Verlauf der Recherche blieb ferner der Versuch des Fernsehteams erfolglos, ein Fahrzeug zu Gesicht zu bekommen, das mit einer Northvolt-Batterie fährt. Zwar hat Erstkunde Scania nach eigenen Angaben in 800 Lkw Batterien von Northvolt verbaut, aber einen „fahrbaren Lkw“ wollte der Hersteller den Machern der Doku nicht vorführen. Auch eine Recherche der Journalisten im Kreis der Endkunden scheiterte.

Northvolt selbst gab auf Linkedin dieser Tage bekannt, die inzwischen Millionste Zelle an seine Kunden ausgeliefert zu haben. Und was die Scania-Lkw mit Northvolt-Batterie an Bord angeht, verweist eine Sprecherin des Unternehmens auf eine mit Kameras begleitete Testfahrt des britischen Commercial Motor Magazine.

 

Auswirkungen des Chapter 11-Verfahrens der Northvolt AB auf die KfW-Wandelanleihe - Anteilige Risikoübernahme des Landes Schleswig-Holstein gegenüber dem Bund in Höhe von 300 Mio. Euro. Stand: 26.Februar 2025

Infolge der eindeutigen Rechtslage ist die Landesregierung verpflichtet, der Zahlungsanforderung des Bundes innerhalb der vertraglichen Fristen nachzukommen. Zur Herstellung der haushalterischen und parlamentarischen Voraussetzungen für die Leistung der Ausgleichszahlung bitte ich den Finanzausschuss um Zustimmung sowie den Wirtschafts- und Digitalisierungsausschuss um Kenntnisnahme, die Zahlung an den Bund in Höhe von 300.000.000,00 Euro vorzunehmen. Die entsprechenden Haushaltsmittel stehen im Landeshaushalt 2025 im Titel 1104 - 871 08 zur Verfügung. 

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten. Jörg Endrukat

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